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romano p. riedo

polaroid work

 

 

"Farben sind Spiegel. Indem wir sie betrachten, erkennen wir uns und die Welt."

Heinrich E. Benedikt

 

Blau ist die Farbe des Unendlichen, des Unergründlichen, des Unbestimmten, des Fernwehs und der Sehnsucht. Blau ist die Farbe des Himmels, des Meeres und der stillen Wasser, die den Himmel wiederspiegeln. Es eröffnet Neuland und zieht uns in die Ferne. Es vermittelt den Eindruck der Unbegrenztheit des Universums und der Seele. Es versinnbildlicht die Wendung nach innen, zur Sammlung und zur inneren Schau. In sich ruhend verbreitet Blau die Empfindung einer tiefen Stille. Es lädt das Auge ein, in es einzutauchen und zu verweilen. Die erhitzte Seele findet in ihm Kühlung, Ruhe und Frieden. Immer ist Blau die Farbe der Verinnerlichung, der Versenkung und der inneren Einkehr.

Rot ist aktiv und voller Bewegung. Es ist die Farbe des Willens (...). Bereits beim ersten Anblick springt es uns als lebendig-bewegte Kraft entgegen. (...) Immer ist es Signal des Lebens. Voller Unternehmungslust und Schaffenskraft drängt Rot geradezu nach Veränderung und Bewegung. Es ist der Inbegriff aller Aktivität. In ihm wohnt die treibende Kraft allen Fortschrittes und aller Entwicklung. Es ist der den Dingen und Wesen innewohnende Wille, der sie drängt, sich zu gestalten und diese oder jene Form anzunehmen. Dementsprechend ist Rot auch in seiner Wirkung auf die Seele stets anregend und belebend. In seinem Temperament eher heiss und aggressiv, kann es seine Kraft auch bis zur Zerstörungswut steigern.

Gelb Im vollen Gegensatz zu Blau, das uns in sich hineinzieht, uns in die Tiefe und nach innen führt, ist Gelb ausgesprochen extravertiert und expansiv. Es kommt uns entgegen, strahlt uns an und ist voller Glanz. In seiner ganzen Bewegung ist Gelb exzentrisch. Mit seinem ganzen Wesen versucht es, den Raum zu durchdringen und zu durchlichten. Es wohnt ihm eine tiefe Sehnsucht inne, sich mitzuteilen und zu verschenken. Es ruft uns an, fordert und erfgreift uns. Im Gegensatz zum Blau, das uns in die Tiefe führt, werden wir vom Gelb erhoben. Gelb ist nicht nur die hellste, sondern auch die leichteste aller Farben. Seine Grundstimmung ist heiter. Sein Wesen ist zuteifst kommunikativ. Als hellste und subtilste der Farben ist dem Gelb eine ausgesprochene Empfindsamkeit eigen. Sie verkörpert Feingefühl und Sensitivität und gleicht darin den Kindern. Behutsam tastet es sich vor, empfindsam nimmt es seine Umgebung wahr und fühlt sich in sie ein.

Aus: Heinrich E. Benedikt, Die Kabbala, Farbe, Zahl, Ton und Wort als Tore zu Seele und Geist, Freiburg i. Br., 1994

 

expo : berner fotogalerie, fotogalerie des kantons bern, februar 1996

 

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